Hilfe & Beratung
Wer hilft, wenn Lernen, Prüfungsangst oder Druck zu groß werden: Vertrauenslehrkraft, Schulsozialarbeit, Schulpsychologie, Kammer, Studienberatung und Nummer gegen Kummer.
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Auf QULEN erzählen wir Mutmachgeschichten und geben Tipps, die du allein ausprobieren kannst. Manchmal reicht das nicht. Wenn Lernen trotz aller Mühe über Monate nicht besser wird, wenn die Angst vor Prüfungen dich krank macht oder wenn hinter schlechten Noten etwas ganz anderes steckt, brauchst du Menschen, die dich persönlich kennenlernen und begleiten. Diese Seite zeigt dir, wer in Deutschland dafür da ist. Sie ersetzt keine Beratung, aber sie zeigt dir den Weg dorthin.
Hilfe zu holen ist kein Zeichen von Schwäche. Eigentlich ist es eine Lernstrategie wie jede andere: Wer bei einer Aufgabe nicht weiterkommt, fragt nach.
Im Notfall
- 112: Notruf für Rettungsdienst und Feuerwehr, kostenlos und rund um die Uhr. Ruf an, wenn Lebensgefahr besteht, wenn du daran denkst, dir etwas anzutun, und dich nicht mehr sicher fühlst, oder wenn du Angst hast, dass jemand anderem gleich etwas Schlimmes passiert.
- 110: Polizei, wenn du bedroht wirst oder Gewalt erlebst.
- 116 117: ärztlicher Bereitschaftsdienst, wenn du außerhalb der Sprechzeiten dringend ärztliche Hilfe brauchst, es aber kein lebensbedrohlicher Notfall ist.
Sofort reden, anonym und kostenlos
- Nummer gegen Kummer, Kinder- und Jugendtelefon: 116 111. Für Kinder und Jugendliche, kostenlos und anonym. Du kannst dort über alles sprechen: Stress mit Noten, Angst vor Prüfungen, Ärger mit Lehrkräften, Mobbing, Liebeskummer oder Sorgen zu Hause. Die aktuellen Sprechzeiten und das Angebot der Online-Beratung findest du auf der Website der Nummer gegen Kummer.
- Nummer gegen Kummer, Elterntelefon: 0800 111 0 550. Für Mütter, Väter und andere Bezugspersonen, die sich Sorgen um ein Kind machen, zum Beispiel weil es unter dem Druck in der Schule leidet.
- TelefonSeelsorge: 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 oder 116 123. Kostenlos, anonym und rund um die Uhr, für Jugendliche und Erwachsene. Auf der Website der TelefonSeelsorge gibt es außerdem Beratung per Chat und E-Mail.
In der Schule
Du musst nicht wissen, wer genau zuständig ist. Fang bei der Person an, der du am meisten vertraust. Sie kann dir sagen, wer weiterhelfen kann.
- Vertrauenslehrkraft: An vielen Schulen wählen die Schülerinnen und Schüler eine Vertrauenslehrerin oder einen Vertrauenslehrer. Sie nehmen sich Zeit für dich und besprechen mit dir, was mit deinem Anliegen passieren soll.
- Klassenleitung und Fachlehrkräfte: Wenn es um ein bestimmtes Fach geht, ist die Fachlehrkraft oft die beste Adresse. Frag möglichst konkret: Welche Grundlagen fehlen mir? Womit soll ich anfangen? Gibt es Übungsmaterial?
- Beratungslehrkraft: In manchen Bundesländern gibt es an den Schulen eigens dafür ausgebildete Beratungslehrkräfte, die bei Lernschwierigkeiten, Fragen zur Schullaufbahn und Prüfungsangst helfen.
- Schulsozialarbeit: Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter sind keine Lehrkräfte und vergeben keine Noten. Mit ihnen kannst du auch über Dinge sprechen, die nichts mit dem Unterricht zu tun haben.
- Schulpsychologische Beratung: Alle Bundesländer haben schulpsychologische Beratungsstellen, meist beim Schulamt oder bei einer regionalen Schulbehörde. Die Beratung ist kostenlos und vertraulich. Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrkräfte können sich dort melden, etwa bei starker Prüfungsangst, anhaltenden Lernschwierigkeiten oder Konflikten in der Klasse. Wo die zuständige Stelle ist, erfährst du im Sekretariat deiner Schule oder auf der Website des Schulministeriums deines Bundeslandes.
In der Ausbildung
- Ausbilderin oder Ausbilder: Sag früh Bescheid, wenn du in der Berufsschule den Anschluss verlierst. Viele Probleme lassen sich lösen, solange bis zur Prüfung noch Zeit ist.
- Lehrkräfte der Berufsschule: Sie wissen, welche Inhalte für die Prüfung wichtig sind, und kennen oft Förderangebote an der Schule.
- Ausbildungsberatung der Kammer: Die für deinen Beruf zuständige Kammer, zum Beispiel die Industrie- und Handelskammer oder die Handwerkskammer, hat Ausbildungsberaterinnen und -berater. Sie helfen bei Fragen zur Ausbildung, bei Konflikten im Betrieb und bei Fragen zur Prüfung. Dort erfährst du auch, ob und wie ein Nachteilsausgleich in der Prüfung möglich ist, etwa bei einer Behinderung.
- Jugend- und Auszubildendenvertretung: Wenn es in deinem Betrieb eine gibt, kannst du dich an sie oder an den Betriebsrat wenden.
- Agentur für Arbeit: Die Berufsberatung ist auch während der Ausbildung für dich da. Sie informiert über Unterstützungsangebote wie die Assistierte Ausbildung, wenn dir der Lernstoff oder der Alltag im Betrieb über den Kopf wächst. Ob ein Angebot für dich infrage kommt, klärst du direkt dort.
Im Studium
- Zentrale Studienberatung: hilft bei Zweifeln am Studienfach, bei Orientierungsfragen und bei einem möglichen Wechsel.
- Fachstudienberatung: beantwortet in deinem Fachbereich Fragen zu Modulen, Prüfungen und zum Studienverlauf.
- Psychologische oder psychosoziale Beratung: Viele Hochschulen und Studierendenwerke bieten kostenlose und vertrauliche Gespräche an, zum Beispiel bei Prüfungsangst, Aufschieben, Erschöpfung oder in einer Krise.
- Prüfungsamt: ist zuständig für Anmeldung, Fristen, Rücktritt und Krankmeldung bei Prüfungen. Die Regeln stehen in deiner Prüfungsordnung und unterscheiden sich von Hochschule zu Hochschule.
- Beratung für Studierende mit Behinderung oder chronischer Erkrankung: Hochschulen haben dafür Beauftragte oder Beratungsstellen, die auch zu Nachteilsausgleichen bei Prüfungen beraten.
- Lern- und Schreibberatung: Manche Hochschulen haben Schreibzentren oder Lernwerkstätten, die beim Planen einer Hausarbeit oder bei der Vorbereitung auf Klausuren helfen.
- Sozialberatung: Wenn Geldsorgen das Lernen schwer machen, beraten die Studierendenwerke zur Finanzierung des Studiums, etwa zum BAföG.
Wenn Prüfungsangst zu groß wird
Ein bisschen Aufregung vor einer Prüfung ist normal und kann dich sogar wach und aufmerksam machen. Ideen, wie du damit umgehst, findest du im Kapitel Prüfungen & Prüfungsangst. Hol dir aber Unterstützung, wenn eines davon auf dich zutrifft:
- Du schläfst vor Prüfungen tagelang kaum oder hast immer wieder starke körperliche Beschwerden wie Bauchschmerzen, Übelkeit oder Herzrasen.
- Du meldest dich häufig krank oder meidest Schule, Berufsschule oder Vorlesungen, um Prüfungen aus dem Weg zu gehen.
- Die Angst hört nach der Prüfung nicht auf, sondern bestimmt deinen Alltag.
- Du fühlst dich über Wochen niedergeschlagen, leer oder hoffnungslos.
Gute erste Anlaufstellen sind deine Hausarztpraxis oder Kinder- und Jugendarztpraxis, die schulpsychologische Beratung oder die psychologische Beratung deiner Hochschule. Körperliche Beschwerden sollte immer eine Ärztin oder ein Arzt abklären. Gesetzlich Versicherte können außerdem ohne Überweisung eine psychotherapeutische Sprechstunde besuchen, auch in Praxen, die auf Kinder und Jugendliche spezialisiert sind. Bei der Terminsuche hilft der Terminservice unter 116 117.
Wenn Lernen trotz Üben schwer bleibt
Manchmal steckt hinter anhaltenden Schwierigkeiten mehr als fehlende Übung, zum Beispiel eine Lese-Rechtschreib-Schwäche, eine Rechenstörung, ADHS oder ein unentdecktes Problem mit dem Sehen oder Hören. Ob das so ist, kann nur eine Fachperson klären, kein Online-Test und auch kein Ratgeber. Erste Anlaufstellen sind die Kinder- und Jugendarztpraxis oder die Hausarztpraxis, die schulpsychologische Beratung und bei Bedarf eine Praxis für Kinder- und Jugendpsychiatrie. Wenn eine Diagnose vorliegt, sind in der Schule oft ein Nachteilsausgleich oder andere Hilfen möglich. Die Regeln dafür legen die Bundesländer fest, frag deshalb direkt bei deiner Schule nach.
Wenn es in der Klasse nicht stimmt
Mobbing, Ausgrenzung oder Beleidigungen im Klassenchat rauben Kraft, die du eigentlich zum Lernen brauchst. Das musst du nicht allein aushalten. Sprich mit der Vertrauenslehrkraft, der Klassenleitung oder der Schulsozialarbeit. Bei Cybermobbing hilft es, Nachrichten und Beiträge mit Screenshots zu sichern, bevor du die Person blockierst und die Inhalte auf der Plattform meldest. Wenn du bedroht wirst, informiere die Polizei. Auch bei der Nummer gegen Kummer kannst du über Mobbing sprechen.
Wenn zu Hause etwas nicht stimmt
Sorgen in der Familie, Streit, Gewalt oder Vernachlässigung wirken sich oft auch auf die Schule aus. Wende dich an eine erwachsene Person, der du vertraust, oder an die Nummer gegen Kummer. Kinder und Jugendliche können sich in einer Notlage auch selbst an das Jugendamt ihrer Stadt oder ihres Landkreises wenden.
Wenn das Geld für Nachhilfe fehlt
Nachhilfe ist nicht für jede Familie bezahlbar. Familien, die bestimmte Sozialleistungen bekommen, können über das Bildungs- und Teilhabepaket unter bestimmten Voraussetzungen Unterstützung für Lernförderung beantragen. Ob das für euch infrage kommt und wo der Antrag gestellt wird, erfahrt ihr bei eurer Stadt- oder Kreisverwaltung oder beim Jobcenter. Frag außerdem in deiner Schule nach Förderkursen, Lernzeiten oder Angeboten, bei denen ältere Schülerinnen und Schüler jüngeren helfen.
Für Eltern, Lehrkräfte und Ausbildende
Wenn du ein Kind, eine Schülerin oder einen Auszubildenden begleitest und dir Sorgen machst: Die schulpsychologische Beratung ist auch für Eltern und Lehrkräfte da. Eltern erreichen das Elterntelefon der Nummer gegen Kummer und finden in vielen Städten Erziehungs- und Familienberatungsstellen. Ausbildende können sich an die Ausbildungsberatung ihrer Kammer wenden. Nimm Signale ernst, ohne zu dramatisieren, und frag interessiert nach, statt Vorwürfe zu machen.
So bereitest du ein Gespräch vor
Viele trauen sich nicht, um Hilfe zu bitten, weil sie nicht wissen, wie sie anfangen sollen. Diese drei Fragen helfen dir, deine Gedanken zu sortieren:
- Was genau fällt dir schwer, und seit wann ist das so?
- Was hast du schon ausprobiert, und was hat wenigstens ein bisschen geholfen?
- Was wünschst du dir von dem Gespräch: einen Rat, einen Plan oder erst einmal nur, dass dir jemand zuhört?
Schreib deine Antworten auf einen Zettel und nimm ihn mit. Du darfst auch eine Freundin, einen Freund oder ein Elternteil mitbringen. Und wenn dir die Worte fehlen, reicht ein Satz wie: „Ich komme gerade nicht klar und weiß nicht, wo ich anfangen soll.“
Alle Angaben auf dieser Seite haben wir sorgfältig zusammengestellt. Telefonnummern, Sprechzeiten und Angebote können sich ändern. Die aktuellen Angaben findest du direkt bei der jeweiligen Stelle. Wenn dir ein Fehler auffällt, schreib uns bitte über die Seite Kontakt.